Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Verträgst du alles, was du isst?

Allergie Essen

Hier geht es um ein Thema, unter dem unwahrscheinlich viele Menschen leiden: die Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU). Du denkst, du hast keine? Schauen wir mal genauer hin.

Mögliche Symptome

Viele Symptome von Nahrungsmittelunverträglicheiten beziehen sich tatsächlich direkt auf den Darm. Da wären zum Beispiel

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Sodbrennen

Aber dann gibt es da noch die anderen Symptome. Und zwar solche, die du gar nicht mit einer NMU in Verbindung bringst. Da wären beispielsweise

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Hautprobleme (Juckreiz, Ekzeme, Nesselsucht)
  • Schlafprobleme
  • Bronchitis, Asthma
  • Schwellungen und Rötungen im Gesicht, Mund, Rachen
  • Chronische Erkrankungen der Bindehaut des Auges und des Mittelohrs
  • Konzentrationsprobleme
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Antriebslosigkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Angeschlagenes Immunsystem, anfällig für Krankheiten
  • Gelenkschmerzen
  • Entzündungen der unterschiedlichsten Art (nicht nur im Darm)

Alleine an diesen komplett verschiedenen Symptomen kannst du schon erkennen, wie weitreichend eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein kann.

Kleines Beispiel aus meiner Praxis:

Eine junge Frau kam zu mir in die Praxis mit Kopfschmerzen. Diese hatte sie mehrmals pro Woche. Sie erklärte mir, dass dies bestimmt etwas mit ihrer Arbeit und ihrem Stress zu tun hätte. Sie arbeitete in einem Büro und saß den ganzen Tag vorm Computer. Am naheliegendsten waren also Spannungskopfschmerzen. Also begannen wir mit Craniosacraler Körpertherapie. Das tat ihr sehr gut, aber die Kopfschmerzen wurden nicht wirklich besser. Während der Behandlung begann ich sie gezielt bzgl. ihrer Essgewohnheiten zu befragen. Dabei kam mir der Verdacht, dass ihre Kopfschmerzen durch eine Laktoseintoleranz begründet sein könnten. Ich riet ihr, kleine Änderungen in der Ernährung vorzunehmen. Und wahrhaftig – die Kopfschmerzen wurden endlich besser!

Unterschiedliche Unverträglichkeiten

Anhand der verschiedenen Auswirkungen auf deinen Körper vermutest du wahrscheinlich schon, dass es mehr als eine Unverträglichkeit gibt. Da muss ich dir absolut recht geben. Und da das Ganze so komplex ist, habe ich dir eine kleine Übersicht erstellt.

Nahrungsmittelunverträglichkeit
Aufstellung Nahrungsmittelunverträglichkeiten (eigene Darstellung)

Wie du siehst, ist die Anzahl der Nahrungsmittelunverträglichkeiten recht groß und wird in verschiedene Bereiche eingeteilt.

Wir konzentrieren uns hier auf die Hypersensitivität. Diese wird in die zwei großen Bereiche Allergien und Intoleranzen untergliedert.

Allergien

Der Begriff Allergie wurde von dem Wiener Kinderarzt Pirquet geprägt. Das Wort stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „allos“ = anders und „ergon“ = Tätigkeit. Demnach steht der Begriff „Allergie“ für eine andersartige Reaktion.

Ich beschreibe es gerne so: Dein Körper reagiert auf etwas, auf was er gar nicht reagieren soll. Er denkt, der Freund oder eine neutrale Person wäre plötzlich der Feind. Und beginnt sofort loszuschießen. Er reagiert also völlig unangemessen und überzogen.

Genauer gesagt: Es handelt sich hierbei um eine überschießende Reaktion deines Immunsystems. Harmlose Substanzen wie Milch, Eier, Nüsse, Fisch oder ähnliches werden auf einmal als gefährlich eingestuft. Und dementsprechend mit allen Mitteln bekämpft. Das ist ungefähr so, als würdest du mit Kanonen auf Tauben schießen. Auch etwas arg übertrieben.

Was unterscheidet denn aber nun eine Allergie von einer Intoleranz? Den wesentlichen Unterschied macht das Immunsystem. Bei einer Allergie ist es immer beteiligt, bei einer Intoleranz überhaupt nicht. Da wirken dann andere Mechanismen.

Allergien werden durch sogenannte Allergene ausgelöst. Meistens handelt es sich hierbei um Eiweißstoffe.

Intoleranzen

Der Allergie gegenüber stehen die Intoleranzen. Oft werden sie auch als Pseudoallergien bezeichnet. Wie oben bereits erwähnt, liegt das daran, dass hier das Immunsystem nicht involviert ist.

Besonders häufig sind Menschen von Enzymopathien betroffen. Eine Enzymopathie ist eine Stoffwechselkrankheit. Sie ist auf einen angeborenen oder erworbenen Enzymdefekt oder einen Enzymmangel zurückzuführen. Die bekanntesten sind:

Oft liegt auch eine Kombination mehrerer Intoleranzen vor. Zum Beispiel gibt es oft die Kombination Histaminintoleranz und Laktoseintoleranz. Erfahrungsgemäß verschwindet die Laktoseintoleranz oft wieder, wenn du deine Histaminintoleranz gut im Griff hast. Das macht es dir dann doch um einiges leichter.

Hier noch ein ganz wichtiger Faktor: Bei einer Intoleranz kann es gut sein, dass du eine kleine Menge des Auslösers verträgst, zum Beispiel einen Schluck Milch bei Laktoseintoleranz. Erst bei einer größeren Menge reagiert dein Körper unangenehm. Hierbei empfehle ich oft eine individuelle Austestung.

Bei einer Laktose- oder Fruktoseintoleranz werden die Kohlenhydrate, also Laktose und Fruktose, unzureichend verdaut. Typisch sind hier isolierte, wiederkehrende oder anhaltende Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.

Zeitliche Reaktion deines Körpers

Das Spannende an Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist, dass sich die verschiedenen Gruppierungen zeitlich ganz unterschiedlich bemerkbar machen können. Liegt beispielsweise eine „richtige“ Allergie vor, erfolgt eine Reaktion meist innerhalb von 5 Minuten. Bei manchen Intoleranzen kann jedoch eine verzögerte Reaktion bis zu 7 TAGEN später erst erfolgen. Wahnsinn, oder?

Etwa 85% der Allergien sind IgE vermittelt (siehe Bild oben). Hier treten die Symptome innerhalb von wenigen Minuten bis maximal zwei Stunden auf, nachdem du das entsprechende Lebensmittel gefuttert hast. Die schnellste Reaktion erfolgt an der Haut und Schleimhaut. Da der direkte Kontakt zuerst über den Mund erfolgt, ist dieser zusammen mit dem Rachen meistens zuerst betroffen.

Beschleunigt werden solche Reaktionen noch, wenn sogenannte Triggerfaktoren noch dazu kommen. Beispiele hierfür sind körperliche Anstrengung, Stress, bestimmte Medikamente, Alkohol, Infekte und Pollenflug.

Ziel meiner Ernährungstherapie

Ganz einfach ausgedrückt:

Ich möchte dich dabei unterstützen, dass du weniger Essprobleme hast und dafür mehr Lebensqualität gewinnst.

Was heißt das nun genau?

  1. Symptomfreiheit oder zumindest eine Symptomarmut erreichen.
  2. Aufzeigen, was du ohne Probleme essen kannst und was du lieber meiden solltest.
  3. Individuelle Unverträglichkeiten berücksichtigen. Ebenso deine Essgewohnheiten und Vorlieben.
  4. Darauf achten, dass dein Nährstoffbedarf dennoch gedeckt ist.
  5. Auf eine praktische, alltagstaugliche, gut verträgliche und leckere Ernährung umstellen.

Fazit

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind oft sehr komplex. Wenn du also öfters Beschwerden nach dem Essen hast, dann könnte dies womöglich an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit liegen.

Vielleicht hast du ja bereits deine Diagnose, vielleicht auch nicht. 🤷‍♀️

  • Wenn du bereits eine Diagnose hast, unterstütze ich dich gerne bei der Umsetzung. Damit du nicht immer wieder in diese vielen versteckten Fallen läufst.
  • Wenn du noch keine Diagnose hast: Es gibt viele verschiedene Methoden, um herauszufinden, von was du betroffen bist. Lass dich gerne von mir hierzu beraten.

Eine ausführliche Anamnese und Ernährungsprotokolle geben bereits erste Hinweise. Das Ganze kann zusammen mit deinem Arzt mit Bluttests, Stuhlanalysen und Atemtests untermauert werden.

❗Benötigst du fachliche Beratung? Melde dich bei mir❗

Schreibe mir einfach eine Mail an info@naturheilpraxis-berft.de oder rufe mich unter 06374 47 11 an. Gerne kannst du mir auch eine WhatsApp an 0172 66 299 62 schreiben.

Liebe Grüsse, Silvia

♥ ♥ ♥

Du leidest öfters unter Bauchschmerzen? Oder bist von einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung betroffen? Du hast die Diagnose Glutenunverträglichkeit, Zöliakie oder Sprue gerade erst erhalten und fühlst dich überfordert? Dann melde dich gerne bei mir für dein kostenfreies 15-minütiges Schnuppergespräch.

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Liebe Grüsse, Silvia

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Bildnachweis:

  • Titelbild: Depositphotos, belchonock, ID 111249360
  • Aufstellung Nahrungsmittelunverträglichkeiten: eigene Darstellung

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