Ist Frühstücken wirklich wichtig?

Frühstück Silvia überlegt

Frühstücken oder nicht? Bestimmt kennst du auch das Sprichwort: Morgens frühstücken wie ein Kaiser, mittags essen wie ein König und abends wie ein Bettelmann. Aber ist das tatsächlich so? Ich zeige dir, warum das nicht unbedingt so sein muss.

Frühstücken ohne Hunger

Frühstück
Klassisches Frühstück

In meinen Ernährungsberatungen werde ich oft gefragt, was ich denn frühstücke, da ich ja kein (herkömmliches) Brot esse. Viele sind verwundert über meine Antwort. Ich frühstücke nämlich so gut wie nie. Das liegt einfach daran, dass ich morgens noch keinen Hunger habe. Bei mir tritt das Hungergefühl meistens erst gegen 12 Uhr auf. Warum also sollte ich dann vorher etwas essen?

Was passiert, wenn ich esse, obwohl ich keinen Hunger habe?

1. Kalorien steigen

Klar ist, dass ich dann viel zu viel Kalorien zu mir nehme. Mehr als ich eigentlich brauche. Denn wenn ich morgens esse, kommt ja auch noch das Mittag- und das Abendessen.

Frage an dich: Wie ist das bei dir? Hast du morgens schon Hunger? Oder isst du einfach nur, weil du es so gewohnt bist? Hast du dir schon einmal Gedanken darübergemacht?

2. Vermehrte Insulinausschüttung

Wenn ich etwas esse, schüttet mein Körper Insulin aus. Das macht er auch in geringen Mengen, wenn ich (fast) keine Kohlenhydrate esse. Wenn jedoch Insulin ins Spiel kommt, muss Glukagon in die Besenkammer verschwinden. Glukagon ist übrigens ein Hormon, ebenso wie Insulin. Und sie sind wie zwei Seiten einer Münze: Sie gehören zwar zusammen, aber es kann immer nur einer gerade da sein. Warum ist das so wichtig? Ganz einfach: Insulin sorgt dafür, dass dein Körper sich aufbaut. Ja, hier geht es vor allem um Fett. Und Glukagon möchte genau das Gegenteil, nämlich Fett abbauen. Also ist es doch klug, Glukagon viel Raum zu geben, wenn du abnehmen möchtest. Deswegen sollte auch möglichst viel Zeit zwischen zwei Mahlzeiten sein.

Frage an dich: Wie wohl fühlst du dich in deinem Körper? Möchtest du gerne etwas abnehmen? Was hast du schon alles probiert? Wie war dein Ergebnis?

Leseempfehlung: Dickmacher Insulin?

3. Unnötige Verdauungsprozesse

Jedes Mal, wenn ich etwas esse, werfe ich quasi den Verdauungstrakt an. Ich belaste also unnötig meine Verdauungsorgane. Denk nur mal an die ganzen Enzyme, Hormone, Säfte und dergleichen, die alle deswegen produziert werden müssen. Alles unnötiger Aufwand, wenn du doch eigentlich gar keinen Hunger hast. Und es belastet natürlich auch deinen Darm. Wenn du beispielsweise unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidest, passiert Folgendes: Bestimmte Lebensmittel reizen deinen Darm. Und wenn diese mehrmals am Tag zugeführt werden, macht es deine Entzündung nicht wirklich besser. Eher das Gegenteil.

Frühstücken und Intervallfasten

Wenn du schon etwas länger bei mir mitliest, dann weißt du ja, dass ich mich ketogen ernähre. Wenn dir Keto kein Begriff ist, dann findest du hier eine kleine Einführung: Ketogene Ernährung: Das solltest du wissen. Um die Effektivität von Keto zu erhöhen, habe ich mein Intervallfasten beibehalten. Intervallfasten bedeutet, dass du eine gewisse Anzahl an Stunden nichts isst, also quasi fastest, und in die restlichen Stunden legst du deine Mahlzeiten.

Bei mir schaut das folgendermaßen aus: Mein Basis-Intervallfasten ist 16:8. Das bedeutet, ich esse 16 Stunden nichts und in die restlichen acht Stunden des Tages lege ich meine zwei Mahlzeiten. Ich esse im Durchschnitt ungefähr um 12.30 Uhr und um 17 Uhr. Nach 18 Uhr esse ich meistens nichts mehr. Manchmal verschiebt es sich auch. Denn ich achte immer sehr genau auf meinen Körper. Und manchmal mag er einfach andere Zeiten. Das sehe ich dann auch ganz locker. Ich muss ja nicht päpstlicher als der Papst sein. 😉

Intervallfasten hat den großen Vorteil, dass du nach Bedarf isst. Und dass du deinem Darm zwischendurch Auszeiten gönnst. Er wird es dir sehr danken. Und auch deine Waage ist viel freundlicher zu dir.

Eins muss ich dir allerdings sagen: Wenn du während deinem Essensfenster alles Mögliche in dich hineinstopfst, dann kannst du Intervallfasten auch gleich lassen. Eine gesunde, auf dich abgestimmte Ernährung ist schon wichtig. Und natürlich soll sie auch lecker sein. Das ist mir immer ganz besonders wichtig. Denn nur so kannst du deine Ernährung auch nachhaltig umstellen. Eine gute Ernährung muss sattmachen und schmecken. Und am besten noch einfach zubereitet werden können. Siehst du das auch so?

Silvia Berft Mittagessen Salat
Silvia beim Mittagessen

Frühstück – Lerche oder Eule?

Dann gibt es da noch eine Sache, die für dein Frühstück wichtig sein könnte. Mir stellt sich nämlich die Frage, was du für ein Typ bist: eine Lerche oder eine Eule? Ich selbst bezeichne mich gerne als späte Lerche. Das heißt, ich gehöre nicht zu den Frühaufstehern, die morgens schon um fünf Uhr frohgelaunt aus dem Bett springen. Aber ich stehe normalerweise spätestens um halb sieben auf – freiwillig. Im Sommer sogar noch früher, wenn es draußen schon hell ist.

Frühaufsteher haben also einen langen Morgen vor sich – im Gegensatz zur Eule, die gerne etwas länger schläft. Auch hierdurch kann sich das Frühstücksbedürfnis ganz automatisch verschieben. Für die Eule ist vielleicht auch das Mittagessen quasi das Frühstück – von der Uhrzeit her.

Aufgrund der gängigen Arbeitszeiten wird die Eule jedoch auch meist zum gezwungenen Frühaufsteher. Gerade im Angestelltenverhältnis ist das leider oft nicht anders machbar. Ich kenne jedoch einige selbständige Eulen, die ihren Arbeitsrhythmus entsprechend angepasst haben und frühestens gegen neun oder zehn Uhr morgens anfangen zu arbeiten.

Meine Vermutung besteht darin, dass Lerchen im Allgemeinen wahrscheinlich eher zu einem Frühstück neigen als Eulen. Außer Eulen werden zu gezwungenen Lerchen. Mich würde interessieren, was du dazu meinst. Bist du eine Lerche oder eine Eule? Frühstückst du gerne oder eher nicht? Schreibe es gerne in den Kommentar.

Fazit

Das Frühstücksverhalten kann ganz unterschiedlich ausfallen. Der eine frühstückt sehr früh, der andere sehr spät oder halt auch gar nicht. Manche gönnen sich sogar noch ein zweites Frühstück. Ich finde es wichtig, zu erkennen, was passt zu mir. Was tut meinem Körper gut? Und womit fühle ich mich wohl? Es kann keine pauschale Antwort geben, ob Frühstücken gut ist oder nicht. Es ist immer individuell abhängig. Ich möchte einfach dazu anregen, dass du mal darüber nachdenkst, ob für dich ein Frühstück wirklich sinnvoll ist. Oder eben nicht.

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Du möchtest dich gerne über Keto informieren? Du bist auf der Suche nach leckeren Rezepten? Du würdest gerne abnehmen? Dann empfehle ich dir mein Buch „Bauchfett verbrennen mit Keto„.

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Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen.

Liebe Grüsse, Silvia

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Bildnachweis:

  • Titelbild: Canva Pro mit Bild von mir
  • Frühstück: Depositphotos, monticello, ID 72973949
  • Silvia beim Mittagessen: eigenes Bild

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Silvia,

    was für ein schöner Artikel, bei dem man sich als Nicht-Frühstückerin so abgeholt und bestätigt fühlt! 💚 Frühstücken war noch nie mein Ding und Intervallfasten kannte ich zB als Jugendliche (damals definitiv Eule) auch noch gar nicht.
    Heute lebe ich meinen Rhythmus sowohl bezüglich Schlaf als auch Frühstück und frühstücke wenn nur am Wochenende und da zu Mittag. 😀

    • Liebe Beatrice,
      ich finde es wunderbar, dass du deinen eigenen Rhythmus gefunden hast und auch danach leben kannst. 🧡
      Liebe Grüsse, Silvia

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